Wir entwickeln Gebäude von der Projektentstehung bis zur Fertigstellung in allen Leistungsphasen. Uns interessieren allgemeine Räume, wirtschaftliche Gebäudestrukturen, Komfort und Raumgewinn.

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NEUBAU GRUNDSCHULE, EV. SCHULE DETTMANNSDORF, 2015-2017

BAUHERR: SCHULFÖRDERVEREIN DETTMANNSDORF e.V.

 

BDA-ARCHITEKTURPREIS "NIKE FÜR SOZIALES ENGAGEMENT" 2019

BDA-PREIS MECKLENBURG-VORPOMMERN 2019

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WOHNHAUS MIT ATELIER, KÖLZOW, 2014-2017

BAUHERR: PRIVAT

 

 

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BÜHNE DER EV. SCHULE DETTMANNSDORF, 2011-2013

BAUHERR: SCHULFÖRDERVEREIN DETTMANNSDORF e.V.

 

BELOBIGUNG LANDESBAUPREIS M-V 2014

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GARTENHAUS KÖLZOWER HIRSCHGARTEN, 2009

ENTWURF, BAUHERR: PRIVAT

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NEUBAU EV. KITA MIT HORT UND FAMILIENZENTRUM AN DER SCHULE PEENEBURG, ANLKAM, 2018

BAUHERR: EV. LUTH. SCHULSTIFTUNG DER NORDKIRCHE, SCHWERIN

MACHBARKEITSSTUDIE

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CENTRAAL BEHEER, WIEDERBESUCHT

ERSCHIENEN IN: BAUWELT 5.2015

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SCHULGESELLSCHAFT

VOM DAZWISCHEN ZUM LERNRAUM, 30 SCHULGEBÄUDE IM VERGLEICH

HG. MARIKA SCHMIDT, ROLF SCHUSTER, JOVIS 2014

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SHIROKANEDAI 2-2-3

ERSCHIENEN IN: MYTYO - Mein Tokio 1953/2013 - Ein Stadtlesebuch

HG. Benedikt Huber, EDITION ESEFELD & TRAUB, 2013

 

 

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Schmale Linien. Interpretation der Bedeutung der Zeichnung für die Architektur von SANAA

Erschienen in: Bauwelt 33.2010

 

mrschmidt Architekten wurde im Jahr 2010 von Marika Schmidt gegründet.

Sie studierte von 1997 bis 2004 an der Technischen universität Berlin und an der Universität Der Künste Berlin Architektur, arbeitete von 2005 bis 2008 als Entwurfs- und Projektarchitektin für ROBERTNEUNTM, David Chipperfield ARCHITECTS und Kuehn Malvezzi IN BERLIN sowie zwischendrin ein halbes Jahr als Gast für OFFICE OF Ryue Nishizawa IN TOKYO, unterrichtete als wissenschaftliche Mitarbeiterin von 2007-2014 an der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, von 2014-2016 an der Technischen Universität Berlin und vertritt Momentan die Professur für Grundlagen des Entwerfens und Entwerfen an der Hochschule Bochum. Marika Schmidt IST regelmäßig als Autorin, Gastkritikerin UND Vortragende tätig.

 

 

MITARBEITER SEIT 2012

ARIAN FREUND, SIMON MAHRINGER, MAX KALDENHOFF, ARNE MAXIM KOLL, RUVEN ROTZINGER, CARSTEN SCHEFFERS, MARKO SHLLAKU, ANNELENE STIELAU, HéCtor Termenón López, NICOLA PERDOMI

MRSCHMIDT ARCHITEKTEN

BARTNINGALLEE 9

D-10557 BERLIN

 

T +49 30 39809760

F +49 30 39809761

 

 

WWW.MARIKASCHMIDT.DE

IMPRESSUM

MRSCHMIDT ARCHITEKTEN

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F +49 30 39809761

 

 

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DIPL. ING. MARIKA SCHMIDT

FREISCHAFFENDE ARCHITEKTIN, ARCHITEKTENKAMMER BERLIN NR. 13040

 

UST-IDNR DE 3451358621

 

BERUFSRECHTLICHE REGELUNGEN:

BERLINER ARCHITEKTEN- UND BAUKAMMERGESETZ (ABKG)

VOM 6. JULI 2006, ZULETZT GEÄNDERT DURCH GESETZ VOM Gesetz vom 7. Juli 2016 (GVBl. S. 425)

SATZUNG DER ARCHITEKTENKAMMER BERLIN VOM 6. OKTOBER 1994 IN DER FASSUNG VOM 24. NOVEMBER 2016

BERUFSORDNUNG DER ARCHITEKTENKAMMER BERLIN VOM 21. NOVEMBER 2009

https://www.ak-berlin.de/architektenkammer-berlin/regelwerke.html

 

ALLE RECHTE LIEGEN BEIM URHEBER. KEIN INHALT DIESER WEBSEITE DARF OHNE ZUVOR SCHRIFTLICH ERTEILTE GENEHMIGUNG VERVIELFÄLTIGT, VERÖFFENTLICHT, VERÄNDERT, WEITERGELEITET, WIEDERVERWENDET ODER ADAPTIERT WERDEN.

 

TROTZ SORGFÄLTIGER PRÜFUNG ÜBERNEHME ICH FÜR DIE RICHTIGKEIT DER ANGEBOTENEN INFORMATIONEN KEINERLEI HAFTUNG UND GEWÄHR. FÜR EVENTUELLE SCHÄDEN, DIE AUS DER NUTZUNG ODER NICHTNUTZUNG DIESES INTERNETAUFTRITTES ENTSTEHEN, ÜBERNEHME ICH KEINE HAFTUNG.

 

© MRSCHMIDT 2018

 

 

27.09.2017, 17:00 Uhr

Innovativer Schulbau auf dem Dorf, Vortrag

Bundeskongress Evangelische Schule, Warnemünde

 

04.2017

BV Neubau Altersgerechtes Wohnhaus in Kölzow

Fertigstellung

 

16.11.2016, 19:00 UHR

Berlin / Tokyo: Thomas Volstorf und Marika Schmidt

Some Notes, Atelier Fanelsa - Studio place/making, Berlin

 

 

01.11.2016, 18:00 UHR, Halle 4

Raumgewinn, Vortrag, Bikini Talks

TU Berlin, Institut für Architektur, FG Jacob van Rijs

 

24.05.2016, 14:00 UHR

Neubau Grundschule Dettmannsdorf, Impulsvortrag

Vorstandstreffen Evangelische Schulstiftung (Ost), BERLIN

 

27.01.2015

Bauwelt 5.2015 "um 1970" erscheint, darin

"Centraal Beheer, wiederbesucht", "Centraal Beheer - Wie weiter?"

 

 

 

11.2014

"Schulgesellschaft - Vom Dazwischen zum Lernraum" erscheint

Hg. Marika Schmdt, Rolf Schuster, Jovis Verlag, Berlin

 

11.07.2014

Landesbaupreis Mecklenburg-Vorpommern 2014 - Belobigung für

BV Bühne der Ev. Schule Dettmannsdorf

 

24.05.2014, 19:00 UHR

Allgemeine Räume, Vortrag, Dresdner Bauseminar

HTW Dresden, Fakultät Bauingenieurwesen/ Architektur

 

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Der bestehende Schulcampus der Ev. Schule Dettmannsdorf wird mit dem Neubau einer 1,5-zügigen Grundschule mit Gemeinschaftseinrichtungen für alle Schüler der Schule und einem Jugenwanderquartier in Zwischennutzung erweitert. Das neue Schulhaus begleitet die Außenräume der Schule: Es bildet den Auftakt zum Schulcampus, schützt vor Witterung, fasst die Räume ein und ist der Ort des zwanglosen Austauschs und der Begegnung.

 

Der zweigeschossige Neubau ist so gegliedert, dass im Erdgeschoss entlang der Außenräume der Schule ein dreiseitiger Gebäudeüberhang und im Obergeschoss zur Grundstücksgrenze ein Rettungsbalkon entsteht.

 

Man betritt das Gebäude vom Schulhof. Cafeteria, Mehrzweckraum und Bibliothek befinden sich als offener Raumverbund am Haupteingang und können über eine Schiebewand zu einer großen Veranstaltungsfläche verbunden werden. Weitere Gemeinschaftseinrichtungen wie Lehrküche, Bandraum und Werkstätten befinden sich ebenfalls im Erdgeschoss mit direktem Zugang zu den Außenräumen. Die Gemeinschaftseinrichtungen stehen außerhalb der Schulzeiten der Dorfgemeinschaft zur Verfügung. Der Mehrzweckraum lässt sich in zwei unabhängige Schlafbereiche gliedern, so dass das Erdgeschoss in den Ferien als Jugenwanderquartier umgewidmet werden kann.

 

Im Obergeschoss gibt es Kunst-und Musikraum für alle Schüler sowie die Räume der Grundschule mit Hort. Alle Klassenräume überblicken den Schulhof. Entlang einer inneren Enfilade liegt jeweils zwei Klassenräumen ein Gruppenraum gegenüber. Bei Bedarf lassen sich ein oder beide Klassenräume mit dem Gruppenraum über das Öffnen der Schiebewand verbinden, so dass ein differenzierter Raum für individuelles Lernen oder bei Hortbetrieb am Nachmittag im offenen Raumverbund gleichzeitig spielen, Basteln und Lernen möglich ist. Über die Enfilade besteht immer Austausch zwischen benachbarten Klassenraumgruppen sowie Zugang zu den dazwischen angeordneten Garderoben, WCs und Nebenräumen.

Stahlbetonwände, -deckenplatten und -brüstung bilden im Obergeschoss ein Raumtragwerk aus, welches im Erdgeschoss auf Stahlbetonwänden und -stützen ruht. Das Tragwerk ist kongruent zum Raumkonzept angelegt. Es ermöglicht stützenfreie Auskragungen des Baukörpers, weitestgehend stützenfreie Gemeinschaftseinrichtungen im EG sowie nichttragende Fassaden. Die Fassaden sind in Holzständerwerk diffusionsoffen ausgebildet und von außen mit lasierten Dreischichtplatten in Fichte hinterlüftet bekleidet. Tragende Fassaden sind von außen gedämmt und verputzt. Der Sonnenschutz ist in die Fassaden integriert. Das Gebäude ist in Rauchabschnitte gegliedert, alle Nutzungseinheiten verfügen über einen direkten Zugang nach außen.

 

 

 

NF:

BGF:

Bauzeit:

Bauherr:

Mitarbeiter:

 

 

Tragwerk:

TGA-HLS:

TGA-ELT:

Brandschutz:

Wärmeschutz:

Fotos:

1.505 m2

1.865 m2

06/2016-11/2017

Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Simon Mahringer, Max Kaldenhoff, Ruven Rotzinger, Marko Shllaku, Annelene Stielau, Nicola Perdomi

 

Pichler Ingenieure GmbH, Berlin

Sven Kleiber Ingenieurbüro für Gebäudetechnik, Ribnitz

Ruß Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin

Steffen Slama, FH Lübeck

ISRW Klapdor GmbH, Berlin

Andrew Alberts, Berlin

 

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Ein Ehepaar baut ein altersgerechtes Wohnhaus am Ortsrand von Kölzow. Sie leben gern mit der Natur, möchten sich im neuen Heim auch bei unterschiedlichen Aktivitäten gemeinsam wissen und benötigen neben den Wohn- und Schlafräumen ein kleines Arbeitszimmer, ein Atelier, Platz für Enkel und Freunde, Hauswirtschaftsbereiche, Carport und Schuppen.

 

Vorgeschlagen wurde ein Solitär, der alle Nutzungen in sich vereint und einen Übergang zwischen Dorf und Garten schafft. Von Außen erinnert das Haus an konglomerate Gebäude in der dörflichen Umgebung. Strukturell verbinden sich drei regelmäßig gegliederte, nach Süden sich verjüngend gestaffelte Riegel zu einem Baukörper, der mit einem dreifach gefalteten Dach abgeschlossen und mit einer massiv wirkenden Fassade mit regelmäßig wiederkehrenden Lochfenstern versehen ist.

 

In Erweiterung und im Gegensatz zur umgebenen Natur gedacht, erhält das Haus einen Innenhof als eigene Mitte: Alle gemeinschaftlich nutzbaren Wohnräume wie Küche, Essen, Wohnen und überdachte Terrasse gruppieren sich um den Innenhof, der als Außenzimmer ebenfalls Wohnraum ist. Den Innenhof tangierend sind Eingangsbereich mit Arbeitszimmer und diagonal gegenüber dazu das Atelier angeordnet. Alle Wohnbereiche verfügen über die gleiche Grundfläche, sie unterscheiden sich in ihrer Position innerhalb des Gefüges, in Lichteinfall und Raumhöhe. Der Bezug zur umgebenden Natur und zum Dorf ist über die Fensteröffnungen gegeben, bleibt aber beiläufig. Es entsteht eine regelmäßig gegliederte Wohnlandschaft mit unterschiedlichen Raumbezügen, die zugleich offen ist und Schutz bietet.

Man betritt das Gebäude vom Dorf her über eine Veranda in den Eingangsbereich mit Blick in den Innenhof und gelangt von dort in die Wohnräume, das Arbeitszimmer und die Gästezimmer im Obergeschoss. Vom Carport gibt es Zugang zu Garten und Schuppen sowie einen Nebeneingang für Hauswirtschaftsräume und Küche. Zwischen Küche und Atelier befinden sich von einer Büchergalerie geschützt der Schlafraum mit Bad und Ankleide. Zusätzlichen Stauraum gibt es im oberhalb des Schlafens.

 

Das Gebäude wurde in Holzständerbauweise mit Holzfaser-Einblasdämmung diffusionsoffen auf einer Bodenplatte aus Beton errichtet. Das Dach ist mit einem anthrazitgrauen Zinkblech mit Doppelstehfalz gedeckt und die Fassade mit unbehandelten Bohlen aus Lärchenholz hinterlüftet bekleidet. Der Sonnenschutz ist in die Fassade integriert.

WF:

Bauzeit:

Bauherr:

Mitarbeiter:

 

Tragwerk:

Wärmeschutz:

Fotos:

245 m2

09/2015-04/2017

privat

Ruven Rotzinger, Marko Shllaku

 

Ingenieurbüro für Baustatik Hartmut Schuldt, Ribnitz

Ingenieurbüro für Bauwesen H.H. Schulz, Plau am See

Christoph Rokitta, Berlin (innen, Innenhof, Terrasse)

mrschmidt (außen)

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BGF:

BRI:

Bauzeit:

Bauherr:

 

Statik:

Stahlbau:

Holzbau:

Fotos:

Im Jahr 2011 beauftragte der Schulträger der Ev. Schule Dettmannsdorf

die Planung einer Pausenhofüberdachung und einer Bushaltestelle. Im Rahmen eines Masterplans wurde ein Pavillonpaar vorgeschlagen, welches die Schulgebäude mit der dörflichen Bebauung räumlich verbindet, der bis dahin absoluten Prägung der Zwischenräume des Bestandsareals mit der Ausbildung von Orten begegnet und so andere Lesbarkeiten und Nutzungen der Freiräume ermöglicht.

 

Die Bühne bildet den Übergang zwischen Schulhof und Sportflächen. Der Pavillon in offener Bauweise ist in zwei Räume gegliedert und wird aus Flächen und Stützen aus Stahl und Holz gebildet. Die Bühne kann als überdachter Pausenraum an Regentagen, als Sommerklassenzimmer oder als allseitig offener Bühnenraum für Konzerte Aufführungen, Sommerkino usw. genutzt werden. Im Zweifel ist die Bühne einfach nur ein Ort, von dem aus sich die Welt betrachten lässt, und die je nach Wetter und einfallendem Licht anders in Erscheinung tritt.

90 qm

350 cbm

11/2013

Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

 

Studio C, Berlin

Sarrazin Metallbau GmbH, Dettmannsdorf

Bautischlerei Wolfgang Plümer, Wöpkendorf

mrschmidt

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Ein Bauernhof soll um Nutzbauten erweitert und durch das Wohnhaus des Bauern auf dem angrenzenden Grundstück ergänzt werden. Insgesamt durchmisst das Planungsgebiet fünf Hektar Land. Der Bau des Wohnhauses verzögert sich. Um den Garten bereits zu benutzen, wünscht sich die Bauernfamilie ein Gartenhaus. Zur Eroberung des Grundstückes wird ein wird ein mobiler Pavillon vorgeschlagen.

 

Das Gartenhaus ist ein einfaches räumliches Grundangebot, das einen längeren Aufenthalt auf dem mecklenburgischen Grundstück ermöglicht. Auf einer Grundfläche von 10 qm gibt es Platz für Tisch und Stuhl, eine Schlafmöglichkeit unter dem Dach, eine kleine Küche und Stauraum für Gartengeräte und Spielzeug. Die Konstruktion besteht aus Stahl, der Wetterabschluss aus Aluminium-Wellblech, alle Einbauten bzw. dem Wohnen zugeordneten Flächen aus Holz.

 

Mittels Klappen der Seitenflächen lässt sich das profane Gartenhaus je nach Wetterlage in eine verschlossene, stirnseitig belichtete Hütte über einen halbseitig geöffneten Windschutz bis hin zu einem großen Sonnendach umwandeln. Die verschiedenen Raumzustände ermöglichen die Positionierung und Verortung im weiten, überwiegend flachen Landschaftsraum.

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Wir betreuen private und öffentliche Bauherren BEI DER entwicklung VON Bauvorhaben, lange bevor die ersten Entwurfsskizzen entstehen: Wir ERstellen Raum- und Bedarfsprogramme, optimieren diese gemeinsam mit Bauherren und Nutzern anhand von Studien, Kostenkalkulationen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen auf der Basis gebäudeplanerischer und raumordnender Grundlagen, Führen Vorgespräche mit Behörden, formulieren die Bauaufgabe, beraten bauherren zum erforderlichen Umfang der vergabe von Planungsleistungen und unterstützen Bauherren in der Beschaffung von Finanzierungen und Fördermitteln.

 

NEUE MITTE DETTMANNSDORF, 2014

BAUHERR: GEMEINDE DETTMANNSDORF IM AMT RECKNITZ-TREBELTAL

KONZEPTSTUDIE, Fördermittelaquise

 

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EvANGELISCHE Schule, 2002, 2004, 2010-13

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Entwicklungsplanung, Machbarkeitsstudien

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Wäscherei und ruft noch einen Gruß in den Laden zurück, da bin ich schon im Verkehrslärm von Takanawa angekommen. Ich überquere die breite Straße und schlängele mich auf dem schmalen Fußweg zwischen den Passanten und Gemüseständen hindurch. Dann geht alles ganz schnell. Links rechts zwischen den großen Hotels sind die Fußwege breiter und die Straße ist plötzlich ein rosa bedachter Boulevard. Ich rufe laut, trete so fest ich kann und schieße den Berg Richtung Shinagawa Bahnhof hinab. Die Leute springen unter Entschuldigungen beiseite, manchen verbeugen sich kurz, ich erwische eine Lücke im dichten Getümmel und nehme die Diagonale über die Kreuzung, überquere die Gleise neben dem Bahnhof und rolle weiter hinab, vorbei an einem anderen Quartiersplatz mit rosa Wolken duftet mir die Bucht entgegen. Schon bin ich auf der Brücke hinüber zu den wuchtigen Häusern des neugewonnenen Landes, der Dunst ist wie immer nicht ganz verschwunden, doch die See scheint heute zu lächeln – Hanami, der untrügliche Bote des Frühlings! Auf dem Rückweg am Abend leuchten rote Lampions inmitten der Büschel entlang der Wasser und Plätze, es wird gegrillt, gepicknickt, gelacht und getrunken. Die Japaner, die mir bis dahin in der Öffentlichkeit zumeist als funktionierende Glieder eines millionenköpfigen Wesens erschienen, feiern ausgelassen bis tief in die Nacht. An einem dieser Abende ruft es plötzlich HANAMI im Büro und alles jubelt und trifft sich kurze Zeit später auf dem großen Aoyama Friedhof im Zentrum der Stadt – und auch dort – entlang der Wege und zwischen den Gräbern, überall Blüten, Lampions, Grillbuden, Picknick und zufriedenes Glucksen. Ich staune ob der unerwarteten Unbefangenheit und glaube mich im glücklichsten Volk der Welt. Dann gibt es zauberhaften zentimeterdicken Blütenschnee, den der Wind in der Bucht zu großen Teppichen zusammentreibt. Regen macht daraus fahles Papier, und dann ist es vorbei, mein erstes Hanami.

Foto: mrschmidt

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Das architektonische Zeichnen von räumlichen Zusammenhängen mit dünnen Linien wie auch die Darstellung von Entwürfen in komplexen Bildgeschichten wird von vielen japanischen Büros praktiziert. Beides hat in Japan Tradition und ist fester Bestandteil des kulturellen Selbstverständnisses. Überwiegend gezeichnete Erzählungen auf bis zu zehn Meter langen RollbildernAbb.1 transportieren seit dem 8. Jahrhundert1 das zeitliche Erfahren einer Geschichte. In der religiösen Übung der Kalligrafie2 emanzipiert sich das Schriftbild als grafisches KunstwerkAbb.2 von seinem textlichen Inhalt und bleibt in der Verfeinerung der Linie3 als Sinnbild eines nie endenden Prozesses unendlich wiederholbar. Die Darstellung von StädtenAbb.3 und GebäudenAbb.4+5 erfolgt im hierarchielosen Kartieren der Räume in Umrisslinien als Dokumentation von Gegebenheiten und ist zugleich Ausdruck der traditionell ephemeren Gliederung des Gebäudeinnern4. Die Reduktion der Raumbegrenzung auf eine Linie im zweidimensionalen Grundriss hat das Hervorheben des wesentlichen Charakters des Raumes zur Folge: der Form der Oberfläche und das Wesen der Öffnungen.

 

SANAA haben – bewusst oder unbewusst – über die Jahre das Prinzip der zeichnerischen Darstellung mittels der Linie perfektioniert. Die Zeichnung ist ständiger Begleiter des Entwerfens in Modellen5. Im entwurflichen Prozess werden zum Ausdruck des jeweiligen Gedankens, der eine Variante trägt, Modell und Zeichnung präzise formuliert. Die Zeichnung optimiert die kompositorische Ordnung des gesehenen Modells und ist Zugleich Ausgang für eine neue Überlegung. Gemäß des Maßstabs und der Gewohnheit des Zeichnens bleibt die Raumbegrenzung einfache Linie. Teilweise erlangen diese Entwurfszeichnungen in ihrem grafischen Ausdruck eine solche künstlerische Vollkommenheit, dass die eigentliche Abbildung des Raumes nebensächlich wird, und die Grafik als eigenes Werk bestehtAbb.6.

 

Die Optimierung von Zeichnung und Raum führt mit der Zeit zur Minimierung stilistischer Mittel, so dass kein anderes Raum bildendes Element als die Linie als Abbild der glatten Fläche übrig bleibt. Die Vereinfachung auf die Linie ist grafisch reizvoll wie entwurflich Programm und Krux zugleich.

Programm, da mit wenigen Elementen eine Räumlichkeit beschrieben wird, die aus eben diesen wenigen Elementen besteht. In der gegenseitigen kompositorischen Verfeinerung von Zeichnung und Modell sind entrückte Architekturen wie der Glas-Pavillon in ToledoAbb.7 entstanden, in der selbst technische Zeichnungen auf verblüffende Weise Raum und Idee wiederspiegeln. Die berühmte räumliche Handzeichnung zum Kunsthaus in AlmereAbb.8 ist von vielen als der Inbegriff „Diagrammatischer Architektur“6, wie Toyo Ito einst die Architektur SANAAs beschrieb, verstanden worden – sie bringt in einer Zeichnung die Kongruenz von räumlicher Absicht, Programm und Benutzung überein.

 

Krux, da wie am Beispiel der EFPL in LausanneAbb.9, wo idealisierte Linien wenig von der Körperlichkeit des Projektes transportieren, im Falle der Realisierung in die Materialisierung zurückgeführt werden müssen. Wie kein anderes Projekt zuvor verdeutlicht diese schöne Raumentdeckung die grafische Qualität der Architektur einerseits und den Konflikt zwischen Zeichnung, räumlichem Modell und der mühsamen Übereinstimmung mit Funktionalität und Schwerkraft anderseits. Krux auch, da in einigen Entwürfen programmatisch wenig komplexer Projekte schmale Linien scheinbar Selbstzweck werden und die Architektur dominieren. Die Linie bekommt wie in den Entwurfszeichnungen des Emona HotelsAbb.10 in ihrer absoluten Ausbildung eine Überpräsenz und wird so zum eigentlichen Programm des Baulichen.

 

Hat die Vollendung der Linie in ihrer Minimierung der Mittel zwangsläufig das Verschwinden der Architektur – des kompositorisch, funktional und konstruktiv gefügten Raumes - zur Folge? Nicht unbedingt, doch man darf gespannt sein, wie dieser Widerspruch die Architektur von SANAA verändern wird.

 

Bildnachweis

Abb. 1 Rollbild „Hōnen-shōnin-den“ Geburtsort des Hōnen Shōnin, 13.Jh; in „The Art and Architecture of Japan“, Yale University Press 1958, S. 410

 

Abb. 2 MU, die Leere; in „Das Reich der Zeichen“, Roland Barthes, Suhrkamp 1981, S.15

Abb. 3 Lageplan Kaiserpalast Kyoto; in „History of Japanese Architecture“, Fujita Masaya, Koga Shusaku, Showado 1998, S. 121

 

Abb. 4 Lageplan Ninomaru Palast, Kyoto; in „History of Japanese Architecture“, Fujita Masaya, Koga Shusaku, Showado 1998, S. 157

 

Abb. 5 Grundriss (Ausschnitt) Ninomaru Palast, Kyoto; in „History of Japanese Architecture“, Fujita Masaya, Koga Shusaku, Showado 1998, S. 158

 

Abb. 6 Studien Okurayama Apartments, Kazuyo Sejima & Associates; in El Croquis 139 „SANAA Kazuyo Sejima, Ryue Nishizawa 2004-2008“ El Croquis Editorial 2008, S. 262-263

 

Abb. 7 Geometrieplan, Toledo Glas Pavillon, SANAA; in El Croquis 139 „SANAA Kazuyo Sejima, Ryue Nishizawa 2004-2008“ El Croquis Editorial 2008, S. 90

 

Abb. 8 Zeichnung Stadstheater Almere, SANAA; in „SANAA Kazuyo Sejima + Ryue Nishizawa, Recent Projects“ Aedes Galerie Berlin, Aedes 2000, S.37

 

Abb. 9 Grundriss EFPL Learning Center Lausanne, SANAA; in GA Architect 18 „Kazuyo Sejima, Ryue Nishizawa 1987-2006“ A.D.A.EDITA Tokyo, 2005

 

Abb. 10 Schnittansicht Emona Hotel, Office of R. Nishizawa; in El Croquis 139 „SANAA Kazuyo Sejima, Ryue Nishizawa 2004-2008“ El Croquis Editorial 2008, S. 333

 

Quellennachweis

1 Robert Treat Paine „The Yamanot-e Tradition of Narrative Scrolls“ in „The Art and Architecture of Japan“, Yale University Press1958, S. 133

 

2 „Das Kopieren, vor allem das schöne Kopieren (auch ohne Verständnis des

chinesischen Textes) unter der Beachtung genau festgelegter formaler Regeln gilt als wichtige religiöse Übung... “ Florian Coulmas; in „ Die Kultur Japans“ Florian Coulmas, Verlag C.H.Beck 2003, S. 273

 

3 „Ungeachtet vieler Traditionen verkörpert sie (die Kalligraphie) viele Prinzipien der japanischen Ästhetik, die Bedeutung von Balance und Proportion; die Dominanz der Form, die die ganzheitliche Betrachtung des Zeichens gegenüber der linearen Entzifferung des Textes favorisiert; ...“ Florian Coulmas; in „ Die Kultur Japans“ Florian Coulmas, Verlag C.H.Beck, 1. Auflage 2005, S. 277

 

4 „...der Elastizität des Grundrisses, d.h. der leichten Veränderlichkeit der Raumteilung und der vielseitigen Verwendbarkeit der Räume“ Tetsuro Yoshida; in „Das japanische Wohnhaus“, Tetsuro Yoshida, Verlag Ernst Wasmuth Tübingen, 4. Auflage 1969, S. 9

 

5 „I like the debris that results from making studies – drawings, rough models, sketches and so on – as they have an elusive charm that differs from that of completed obbjects“ Kazuyo Sejima S. 23

„The reason why we like hand drawings is because the abstraction it allows is more personal than that of a computer.” Ryue Nishizawa S. 56

“Computers create very flat drawings and automatically decide the level of abstraction. They’re too real. When someone makes a model, they decide what is important and where the emphasis lies in the design. This helps to make the intention clear to us and effects the design process.” Kazuyo Sejima S. 56;

alles in “SANAA Serpentine Gallery Pavillon 2009” Serpentine Gallery London, SANAA, Koenig Books London 2009

 

6 Toyo Ito „Diagram Architecture“; in El Croquis 99 „SANAA Kazuyo Sejima, Ryue Nishizawa 1984-2000“ El Croquis Editorial 2001, S. 330

 

 

 

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Projekte

 

Neubau KiTa, 18334 Dettmannsdorf, 2018-2020

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Kindertagesstätte, BGF: 1.300 qm; LPH 2-9, in Planung

 

Ersatzbau Integrierte Gesamtschule, 23966 Wismar, Standzeit 24 Monate, 2018-2019

Bauherr: Landkreis Nordwestmecklenburg, Wismar

Schulbau, BGF: 3.344 qm; LPH 1-8, in Planung

 

Umbau Gärtnerei in Geschäft für Wild & Regionales, 18334 Dettmannsdorf, 2017-2018

Bauherr: Kölzower Hirschgarten, Kölzow

Ladenbau, BGF 120 qm, LPH 2-9, realisiert

 

Instandsetzung und Teilumbau Mehrfunktionshaus, 18334 Dettmannsdorf, 2017-2018

Bauherr: Gemeinde Dettmannsdorf im Amt Recknitz-Trebeltal

Dienstleistungshaus, BGF: 1.550 qm, LPH 3-9, realisiert

 

Neubau Grundschule mit Gemeinschaftseinrichtungen und Jugendwanderquartier,

Erweiterung Ev. Schule Dettmannsdorf, 18334 Dettmannsdorf, 2015-2017

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Schulbau, BGF: 1.900 qm, LPH 2-9, realisiert

 

Neubau Wohnhaus mit Atelier, 18334 Kölzow, 2014-2017

Bauherr: privat, Wöpkendorf

Altersgerechtes Wohnhaus, WF: 245 qm, LPH 1-9, realisiert

 

Neubau Wohnhaus Landwirtschaftshofstelle, 18334 Kölzow, 2014-2019

Bauherr: privat, Dettmannsdorf

Einfamilienwohnhaus, BGF: 322 qm, LPH 1-9, in Planung

 

Ersatzbau KiTa, 18465 Tribsees, Standzeit 18 Monate, 2016

Bauherr: Stadt Tribsees im Amt Recknitz-Trebeltal

Kindertagesstätte, BGF: 355 qm, LPH 2-9, realisiert

 

 

Umbau Scheunenhälfte in Wohnung, 18334 Dettmannsdorf, 2015-2016

Bauherr: privat, Dettmannsdorf

Wohnbau, BGF: 204 qm, LPH 1-7, abgeschlossen

 

Ersatzbau Grundschule Ev. Schule, 18334 Dettmannsdorf, 2015

Standzeit 24 Monate

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Schulbau, BGF: 456 qm, LPH 1-9, realisiert

 

Atelieraufstockung, 18334 Wöpkendorf, 2013-2014

Bauherr: privat, Wöpkendorf

Umbau, BGF: 50 qm, LPH 1-3, abgeschlossen

 

Neubau Pförtnerhaus, 18334 Dettmannsdorf, 2013

Bauherr: Baltic Distillery GmbH, Dettmannsdorf

Industriebau, BGF: 20 qm, LPH 1-5, abgeschlossen

 

Umbau Büro Münzstraße, 10178 Berlin, 2013

Bauherr: Spotify Deutschland GmbH

Bürobau, BGF: 275 qm, LPH 1-3/5-9, realisiert

 

Umbau Dachgeschoß Schönhauser Allee, 10437 Berlin, 2012-2014

Bauherr: Continental Realty, Aachen

Wohnbau, BGF: 700 qm, LPH 1-4, abgeschlossen

 

Neubau Bühne, Ev. Schule, 18334 Dettmannsdorf, 2012-2013

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Schulbau, BGF: 90 qm, LPH 2-9, realisiert

 

Neubau Buswarte, Ev. Schule, 18334 Dettmannsdorf, 2012-2013

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Pavillon, BGF: 42 qm, LPH 2-7, abgeschlossen

 

 

Schadstoffsanierung Erweiterungsbau Ev. Schule, 18334 Dettmannsdorf, 2012

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Schulbau, BGF: 850 qm, LPH 5-9, realisiert

 

Teilsanierung Schulgebäude, Neubau Außenanlagen Ev. Schule Dettmannsdorf, 2011-13

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Schulbau, BGF: 1.740 qm, LPH 2-3, 5-9, realisiert

 

Instandsetzung Turnhalle, Neubau Sportanlagen, 2011

Bauherr: Gemeinde Dettmannsdorf im Amt Recknitz-Trebeltal

Sportbau, BGF: 500 qm, LPH 1-3, 5-9, realisiert

 

Gartenhaus Kölzower Hirschgarten, 2009

Bauherr: Privat

Wohnbau, BGF: 10 qm, LPH 1-3, abgeschlossen

Projektentwicklung

 

Umbau und Erweiterung Ev. Werkschule Milkau, 2019

Bauherr: Ev. Werkschule Milkau e.V.

Schulbau, BGF: ca. 2.500, LPH 0-1, Entwicklungsplanung, Machbarkeitsstudie

 

Neubau KiTa mit Hort, 17389 Anklam, 2018

Bauherr: Schulstiftung der Ev. Luth. Nordkirche, Schwerin

Kindertagesstätte, BGF: 1.150 qm, LPH 1, Machbarkeitsstudie

 

Neubau Ev. KiTa, 18334 Dettmannsdorf, 2017, 2018

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Kindertagesstätte, BGF: 1.300 qm, LPH 0-1, Entwicklungsplanung, Machbarkeitsstudien

 

Neubau Eineinhalbfeld-Sporthalle, 18334 Dettmannsdorf, 2017

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Sportgebäude, BGF: 1.500 qm, LPH 1, Machbarkeitsstudie

 

Neubau Grundschule, Ev. Schule Dettmannsdorf, 2014-2015

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Schulbau, BGF: 1.900 qm, LPH 0-1, Entwicklungsplanung, Machbarkeitsstudie, Fördermittelaquise (LEADER)

 

Umbau Scheune in Ferienwohnungen, 18311 Klockenhagen, 2014-2015

Bauherr: privat

Wohnbau, BGF: 950 qm, LPH 0-1, Entwicklungsplanung, Machbarkeitsstudie

 

Neue Mitte Dettmannsdorf, 2014

Bauherr: Gemeinde Dettmannsdorf im Amt Recknitz-Trebeltal

Dorfentwicklung, LPH 0, Konzeptstudie, Fördermittelaquise (BULE)

 

Ev. Schule Dettmannsdorf, 2002, 2004, 2010-13

Bauherr: Schulförderverein Dettmannsdorf e.V.

Schulbau, BGF: 1.800 qm, LPH 0-1, Entwicklungsplanung, Machbarkeitsstudien

Texte

 

„Central Beheer wiederbesucht“; in: Bauwelt 5.2015, S. 22-27

„Central Beheer - wie weiter?“ Interview mit Herman Hertzberger; in: Bauwelt 5.2015, S. 28-29

 

„Schulgesellschaft. Vom Dazwischen zum Lernraum - 30 Schulgebäude im Vergleich“

Hg. Marika Schmidt, Rolf Schuster; jovis Verlag, Berlin 2014; darin:

„Einleitung“, S. 8-11

„Räumliche Bedingungen“ Interview mit Herman Hertzberger, S.12-16

„Vom Dazwischen zum Lernraum. Allgemeine Räume im Schulbau: eine Materialsammlung“ mit Studierenden der TU Braunschweig, S. 17-80

Rezensionen in: Arch+ 219; Werk, Bauen + Wohnen 09/2015; AIT 5/2015; modulør 4/2015; db 03/2015;

 

„Shirokanedai 2-2-3“; in: „MYTYO - Mein Tokio 1953/2013 - Ein Stadtlesebuch“,

S. 140-141, Hg. Benedikt Huber, edition esefeld & traub, Stuttgart 2013

 

„Fliegender Werkzeugkasten. Das BMW Guggenheim Metropolitan Lab, Atelier Bow Wow“; in: Bauwelt 20/2012, S. 20-24

„Über die Herstellung von Bauelementen aus Carbon“; in: Bauwelt 20/2012, S. 25

 

„Schmale Linien: Die Rolle der Zeichnung bei SANAA“; in: Jahrbuch Architektur

TU Braunschweig, 2011, S. 290-291, Appelhans Verlag Braunschweig

 

Bauwelt 33.2010 „Von Tokyo nach Venedig“, Heftidee und Konzept in Koorperation mit Kaye Geipel und Wilhelm Klauser; darin:

„Schmale Linien: Die Rolle der Zeichnung bei SANAA“; in: Bauwelt 33/2010, S. 18

„Essential Books: Über die Funktion der Lektüre beim Entwerfen von Varianten“;

in: Bauwelt 33/2010, S. 19

„Horizontale und vertikale Übergänge: Raumschichten im House A, Office of Ryue Nishizawa“; in: Bauwelt 33/2010, S. 24

„Nachkriegsentwicklung Tokyos, Interview mit Yoshiharu Tsukamoto“; in: Bauwelt 33/2010; S. 34

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25.06.2019, 11:20 Uhr

Grundschule der Ev. Schule Dettmannsdorf, Vortrag

ZUKUNFT Schulbau, Konferenz, Aedes Architekturforum, Berlin

 

25.05.2019

BDA-Architekturpreis "Nike für soziales Engagement" 2019 für

BV Neubau Grundschule Dettmannsdorf

 

13.03.2019

BDA-Preis Mecklenburg-Vorpommern 2019 für

BV Neubau Grundschule Dettmannsdorf

 

 

 

 

 

23.11.2018, 15:00 Uhr

Survey of School Typologies, Vortrag, Education: An Urban Inquiry, Symposium der ÖGfA / IoA, Universität für Angewandte Kunst, Wien

 

11.2018

BV Instandsetzung und Teilumbau Mehrfunktionshaus Dettmannsdorf

Fertigstellung

 

03.2018

BV Umbau Gärtnerei in Geschäft für Wild & Regionales, Dettmannsdorf Fertigstellung

 

 

 

 

21.03.2018, 11:00 UHR

Allgemeine Räume, Vortrag, Mittagsvorträge

FHNW Fachhochschule Nordwestschweiz, Muttenz/ Basel

 

11.2017

BV Neubau Grundschule Evangelische Schule Dettmannsdorf

Fertigstellung

 

11.11.2017, 13:00 Uhr

Effizient und nachhaltig bauen im ländlichen Raum, Vortrag

Fachtagung Zukunft.Raum.Schule, Halle/ Saale

 

 

 

 

Herman Hertzbergers Bürogebäude für die Versicherung „Centraal Beheer“, realisiert 1968–72, ist bis ins Detail publiziert. Errichtet auf einer Bruttogrundfläche von 30.536 Quadratmetern, besteht es aus 60 drei- bis fünfgeschossigen Türmen von 9 x 9 Metern Grundfläche. Im Zentrum sind die Türme fünfgeschossig, zu den Rändern verspringen sie in der Höhe um jeweils ein Geschoss. Wandscheiben mit Sichtmauerwerk aus Betonsteinen steifen die Türme aus; großflächige, über Eck angeordnete Stahl-Glas-Fassaden in regelmäßig vertikaler Gliederung und Lichtbänder zwischen den Türmen bilden den äußeren Abschluss. Im Innern werden mittels der vorfabrizierten Stahlbetonkonstruktion in Systembauweise je Turm und Geschoss frei bespielbare Terrassen ausgebildet, die im Bereich ihrer Mittelachsen über Brücken untereinander verbunden sind. Zwischen den Türmen resultierende Lufträume fassen die horizontal orientierten Arbeitsterrassen der Bürogeschosse zu einer dreidimensionalen Landschaft zusammen. Eine als Straße ausgebildete gemeinschaftlich nutzbare Zone gliedert die Büroebenen in vier radial angeordnete Bereiche.

 

Als ich das Gebäude im Juni 2014 besuche, glaube ich vieles zu wissen. Ich erwarte einen Bau, dessen Atmosphäre seine schematisch einprägsame Struktur bezeugt und nach über vierzig Jahren der Benutzung deutliche Gebrauchsspuren aufweist. Und ich erwarte die Tristesse eines seit Mai 2013 leerstehenden Hauses. Es ist ein kühler, regnerischer Frühsommertag. Hinter üppig gewachsenen Bäumen wirkt das großflächige Gebäude mit seiner lapidaren Fassade so unscheinbar, dass man es fast übersieht. Die dunkelrote Farbe der filigranen Stahl-Glas-Fenster ist verblichen, der Beton der Fassaden wurde vor ein paar Jahren mit einer hellen Farbe aufgefrischt. Ich gehe um das Haus herum in das Parkdeck des rückwärtigen Erdgeschosses – hier war der eigentliche Hauptzugang. Und was für einer! Massige Pilzkopfstützen mit plattenartigen Kapitellen tragen schwere Balken und Decken aus Beton, schräg einfallendes Licht gliedert die Räume in kubistische Eleganz. Heute betritt man das Gebäude über ein ebenfalls von Hertzberger entworfenes Konferenzzentrum, welches seit 1995 den ursprünglichen Bau mit der Erweiterung der Architekten Kaman und Davidse von 1977 verbindet. Der Gebäudemanager führt mich über eine Brücke in den Ursprungsbau. Cafeteria, Verwaltung und Lobby befinden sich im Erdgeschoss. Von dort gelangt man über Rolltreppen in die oberen Büroebenen.

Das Gebäude ist penibel gepflegt, daran trägt auch ein dreißig Jahre währendes Mitspracherecht des Architekten an Veränderungen Anteil. Ein interessantes – eigentlich im Konflikt zu Hertzbergers Theorien stehendes – Detail, das sich heute jedoch als Glücksfall erweist. Vieles ist im Original erhalten: die Bestuhlung von gemeinschaftlich genutzten Bereichen, Aufzug, Rolltreppen, WC-Anlagen, die Oberflächen der Räume. Anfang der siebziger Jahre war das Gebäude hochmodern: hauseigenes Netzwerk, stromerzeugendes Heizungssystem, Grauwasserversorgung für WC-Anlagen, Lüftung, Klimaanlage, ein frei bespielbares offenes Raumkonzept, ganztägig zugängliches Restaurant und Kaffeebar für die Mitarbeiter, Telefonkabinen für private Anrufe entlang der inneren Straßen und auf den Dachterrassen, eigens entworfene Möbel und Leuchten für gemeinschaftlich genutzte Bereiche wie Straßen und Cafeteria – dies alles verband sich zu einem Ganzen, das typologisch, technisch und gestalterisch in die Zukunft wies. Der zentrale Technikturm, von wo aus im Bereich der Achsen sämtliche Leitungen horizontal durch das Gebäude geführt werden, beinhaltet geschossweise getrennt die Technikzentralen. Das ganze Gebäude ist so sorgfältig geplant und detailliert, dass die handwerkliche und haptische Qualität in ihrer einfachen, robusten Schönheit beeindruckt. Alles Dekor generiert sich aus praktischem Fügen und sinnfälliger Funktionalität. Der Gebäudemanager, der seit vielen Jahren das Gebäude betreut, gerät immer wieder ins Schwärmen, wenn er versucht, die entspannte Arbeitsatmosphäre und das akustisch wuselige Hintergrundsummen des Hauses im Gebrauch zu beschreiben.

    Heute sind Haustechnik, Brandschutzkonzept und Bauphysik in die Jahre gekommen. Verkabelung und Netzwerk sind veraltet; die im Original erhaltenen Stahl-Glas-Fenster und die Oberlichter haben eine Einscheiben-Verglasung; Heiz- und Kühllasten sind hoch, Lüftung, Klimaanlage und Heizung sind nicht nach Raumbereichen differenziert steuerbar. Ebenso ist das ganze Gebäude ein einziger Brandabschnitt; die vier radial angeordneten Bürobereiche spiegeln die Gliederung in Rauchabschnitte. Doch das Gebäude wirkt erstaunlicherweise nicht baufällig. Selbst die in Blechkanälen offen geführte Regenentwässerung in den horizontalen und vertikalen Verglasungen zwischen den Türmen funktioniert – bei aller Wartungsintensität – nach wie vor.

 

Das Raumkonzept dagegen ist heute wahrscheinlich näher am Zeitgeist, als es je war. Beim Besuch denke ich unweigerlich an moderne Bibliotheken und Schulen – warum

zieht die Medienbranche hier nicht ein? Das Innere ist deutlich heller als erwartet. Sicher helfen nachgerüstete Deckenfluter, aber selbst bei wechselhaftem Wetter hat man den Eindruck eines von Licht strahlenden Gebäudes. Von der inneren Straße mit Kaffeebar, Galerie und Brunnen hat man Sichtbezug zu den geschossweise zentral angeordneten informellen Aufenthaltsorten; die vier Büroabschnitte sind als innere Häuser zur verbindenden Straße mit Glasbausteinen eingefasst. Die flächigen Raumeinheiten der Büroterrassen werden durch die Reduktion der lichten Höhe auf rund 2,30 Meter im Bereich der axialen Durchwegung voneinander unterschieden und mit den hölzernen Brüstungen der Balkone zum Luftraum hin ausgerichtet, so dass ein jeder Arbeitsplatz Ausblick genießt. Das weit verzweigte Raumkontinuum lädt zum Durchwandern, Erobern und Bewohnen ein, die perspektivische Verdichtung bietet trotz aller Offenheit Schutz. Von den Büroflächen zugängliche Terrassen dienen der Erholung. Die Räume behagen, ohne gefallen zu wollen, ohne zu überfordern, ohne heutiges Pomp und Drama. Sie sind zur Aneignung da. Und das ist dann doch einigermaßen überraschend: Die dem Gebäude implementierte Zwanglosigkeit. Darauf lassen die stringente Struktur, Gedankengerüst und Erklärungen des Architekten nicht unbedingt schließen. Wie kann es sein, dass so ein Gebäude, das in seiner mehr als 40-jährigen Geschichte von unzähligen Architekten und Studierenden besichtigt wurde, seit fast zwei Jahren leersteht und niemand interessiert sich dafür?

 

Hertzbergers Centraal Beheer ist reinster Seelentrost für Architekten: Das Raumkonzept beruht auf einer vom Bauherren mitgetragenen Idee für eine bessere Gemeinschaft; die Gebäudestruktur geht zurück auf die Suche nach einer nachhaltig wirksamen und architektonisch prägenden Baugestalt; Gebäudetechnik und Programmatik des Bauwerks waren für die damalige Zeit visionär. Heute könnte sich das Gebäude in jeder Beziehung als Fallbeispiel eignen: als Objekt einer anstehenden Umnutzung und Weiterentwicklung vor dem Hintergrund des städtischen Kontexts; als Beispiel für die energetische Optimierung einer Konstruktion der Spätmoderne und ihre programmatische Neukonzeption; als praktische Fortschreibung von Hertzbergers Theorien zu Polyvalenz, Kompetenz und Performance (Forum 3/1962); für die kreative Neubewertung von Immobilie und Grundstück; als ganzheitliches Forschungsprojekt für den Umgang mit der jüngeren Gesellschafts-, Kultur- und Architekturgeschichte.

Shirokanedai 2-2-3 irgendwann im April 2006, es ist Vormittag. Ich entriegele mit einer Chipkarte das Schloss meines Klapprades, eigentlich nur ein dünner plastikummantelter Draht, der symbolisch das Rad als jemandes Eigentum ausweist. Noch trunken von der kurzen Nacht sitze ich auf und schwinge mich vorsichtig durch den engen Stichweg auf die Anwohnerstrasse. Ich hatte mehrere Wochen gebraucht, zu verstehen, dass das Haus vor dem unseren eigentlich zwei sind, und dass unser Haus, das eher einer dünnwandigen hölzernen Hütte gleicht, somit in der dritten Reihe steht. Ich bin jetzt seit fünf Monaten in Tokyo. Vor dem herrschaftlichen Gebäude an der Ecke links fegt wie jeden Morgen jemand die Zufahrt, und hinter den Mauern des Tempels gegenüber schallt eine Durchsage. Die Strasse habe ich für mich. Ich biege nach rechts und kämpfe mich stehend tretend den kleinen Hügel hinauf, den Blick an den Asphalt verloren. In Gedanken bei den Aufgaben des Tages gibt mein Körper schließlich dem Hügel nach, ich torkele vom Rad, schiebe ein paar Schritte, bleibe stehen, richte mich auf und lausche in die Stille hinein. Die Luft ist vielleicht etwas wärmer als zuletzt und deutlich klarer nach den regensatten Tagen der vergangenen Wochen. Aber das ist es nicht. Abrupt blicke ich zurück und dort der Baum vor einem der dicht gedrängten Häuser trägt unzählige dicke rosa Blütenbüschel. Derselbe Baum, der den ganzen Winter über als unscheinbares Stammgerüst die schmale Straße säumte, strahlt nun wie ein übergroßes Blumenbouquet in den Raum. Ich stehe und staune und versuche, mich an die vergangenen Tage zu erinnern – wie kann das sein, so viele Blüten über Nacht? Weiter oben sitze ich auf und biege am Getränkeautomaten nach links. Der alte Mann hat bereits die hölzernen Türen zu seinem Laden bei Seite geschoben und macht vor den mit Reis gefüllten Säcken Gymnastikübungen. Die Sonne blinzelt mir ins Gesicht. Der Spielplatz auf der anderen Seite sieht aus wie von bauschigen rosa Wolken gekrönt. Was für ein Morgen! Es wird geschäftiger, in der Suppenküche sind alle Bentos verkauft, jemand kommt aus der

Alles wäre denkbar, nur eines bitte nicht: Stillstand. Das Centraal Beheer gehört heute Propertize, die als „Bad Bank“ aus der im Zuge der Immobilienkrise in den Niederlanden verstaatlichten Bank SNS REAAL hervorgegangen ist. Die Firma ARRA Management verwaltet das Gebäude und bewirbt mit ihm den Apeldoorn Business Campus, der sich in den jüngeren Bauteilen des Ensembles befindet. Hertzbergers Bau von 1972 steht seit Mai 2013 leer. Der Versuch, eine Berufsschule hier zu beheimaten, scheiterte, für die Institution wurde neu gebaut. Überlegungen, studentisches Wohnen anzusiedeln, erwiesen sich schnell als nicht wirtschaftlich. Momentan wartet man ab. Der Markt ist in den gesamten Niederlanden schwierig, allein in Apeldoorn, die Stadt zählt 155.000 Einwohner, stehen etwa 200.000 Quadratmeter Bürofläche leer. Aber ist deshalb die Struktur an sich nicht mehr leistungsfähig? Das Centraal-Beheer-Gebäude ist das Mutterschiff noch heute gültiger Überlegungen zu räumlicher Effizienz, programmatischer Mehrfachbelegung und Adaptierbarkeit; von nachhaltigen Strukturen. Seinen Verfall geschehen zu lassen, strafte viele Überlegungen über effiziente Strukturen und nachhaltige Gebäudesysteme Lügen.

 

Abbildungen: Bauwelt 5.2015, S.22-27, www.bauwelt.de